EuroWire , BRÜSSEL : Das Europäische Parlament hat die auf den Dienstgeräten seiner Abgeordneten und Mitarbeiter integrierten KI-Tools deaktiviert. Begründet wird dies mit Cybersicherheits- und Datenschutzrisiken im Zusammenhang mit der Datenübertragung an externe Cloud-Dienste. Die Einschränkung betrifft gängige KI-Dienste wie ChatGPT von OpenAI, Copilot von Microsoft und Claude von Anthropic, wie aus einer internen E-Mail hervorgeht.

In der E-Mail hieß es, die IT-Abteilung des Parlaments könne die Sicherheit der auf die Server von KI- Anbietern hochgeladenen Daten nicht garantieren und der volle Umfang der von diesen Tools an externe Unternehmen weitergegebenen Informationen werde noch geprüft. Die Institution halte es für sicherer, diese Funktionen bis zum Abschluss dieser Überprüfung deaktiviert zu lassen, und verwies auf Bedenken hinsichtlich des Hochladens vertraulicher Korrespondenz in die Cloud.
Offizielle Stellen gaben an, dass einige KI- Funktionen auf Cloud-Verarbeitung angewiesen sind, um Aufgaben auszuführen, die lokal auf einem Gerät erledigt werden könnten. Dies führt dazu, dass Informationen extern übertragen werden. Zu den deaktivierten Funktionen gehören KI-Features, die in moderne Betriebssysteme und Bürosoftware integriert sind, wie beispielsweise Schreib- und Entwurfshilfen, Textzusammenfassungen und automatisierte Hilfsfunktionen, die im Rahmen ihrer Funktion auf Benutzerinhalte zugreifen oder diese verarbeiten können.
Die Maßnahme betrifft vom Parlament ausgegebene Geräte für dienstliche Zwecke, darunter Tablets und Smartphones für Abgeordnete und Mitarbeiter. Laut interner Richtlinie bleibt der Zugriff auf wichtige Arbeitsplatzdienste wie E-Mail, Kalender und Standard-Office-Anwendungen weiterhin möglich, sodass die tägliche Arbeit in Gesetzgebung, Verwaltung und Kommunikation auch bei deaktivierten KI-Funktionen ungestört fortgesetzt werden kann.
Vorsicht bei der Nutzung persönlicher Geräte wird empfohlen
Die interne Nachricht forderte Abgeordnete und Mitarbeiter außerdem dazu auf, ähnliche Vorsichtsmaßnahmen auch auf privat genutzten Geräten für dienstliche Zwecke zu treffen. Nutzern wurde geraten, keinen umfassenden Datenzugriff zu gewähren und keine sensiblen Informationen mit KI- Chatbots und -Assistenten zu teilen, insbesondere wenn diese Tools Inhalte über das Gerät des Nutzers hinaus lesen, speichern oder übertragen können.
Ein Parlamentssprecher erklärte, die Institution überwache kontinuierlich Cybersicherheitsbedrohungen und ergreife Maßnahmen zur Risikominimierung. Das Parlament verfüge über eine umfangreiche digitale Infrastruktur mit Geräten und Konten, die in allen Ausschüssen, Büros und Delegationen genutzt würden. Beamte betonten, der Schutz von Daten sei eine ständige Anforderung für institutionelle Systeme, die interne Kommunikation und offizielle Dokumente verarbeiten.
Die Sicherheitsüberprüfung wird fortgesetzt
In der internen E-Mail hieß es, die laufende Bewertung konzentriere sich darauf, welche Daten bei der Nutzung von KI-Funktionen übertragen werden und wie diese Informationen von externen Dienstleistern verarbeitet werden. Offizielle Stellen erklärten, die Bandbreite der KI- Funktionen in verschiedenen Geräten und Anwendungen habe sich erweitert, wodurch der Bedarf steige, Datenflüsse abzubilden und zu bestätigen, ob Inhalte lokal verarbeitet oder im Rahmen von Routinevorgängen an entfernte Server gesendet werden.
Die Entscheidung folgt auf frühere Einschränkungen für Anwendungen auf vom Parlament ausgegebenen Geräten. 2023 verbot das Europäische Parlament die Nutzung von TikTok auf Dienstgeräten aus Sicherheitsgründen. Der jüngste Schritt weitet diesen vorsichtigen Ansatz auf KI-gestützte Funktionen und Dienste aus, wobei die Verantwortlichen den Datenschutz und die Cybersicherheitsvorkehrungen der auf offizieller Hardware verfügbaren Tools betonen.
Der Beitrag „EU-Parlament schaltet integrierte KI auf offiziellen Geräten ab“ erschien zuerst auf Ireland Sun.
